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Marcus Adä verlässt Avnet TS Tech Data

Nach der Übernahme durch Tech Data verlässt Marcus Adä Avnet TS. Dies gab er in einer Mail an Geschäftspartner bekannt. Wohin es den ehemaligen Europa-Chef des VAD zieht, ist derzeit noch unbekannt.

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Torte des Grauens

Die gute Nachricht vorweg: Die Umsätze im Einzelhandel werden mit einem Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) um 0,3 Prozent höher ausfallen als zunächst prognostiziert.

Auch für das anstehende Weihnachtsgeschäft sehen die Zahlen rosig aus: Der HDE sagt einen Anstieg gegenüber 2013 von 1,2 Prozent voraus. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass jeder Verbraucher 477 Euro für seine Gaben im Einzelhandel lässt. Das sind 50 Euro mehr als im Vorjahr. Der Gesamtumsatz für das Jahresendgeschäft liegt damit bei 85 Milliarden Euro, über das gesamte Jahre gesehen, werden Umsätze in Höhe von knapp 460 Milliarden Euro erwartet. Gut 22 Prozent davon werden mit dem Verkauf von Produkten rund um IT und Unterhaltungselektronik erwirtschaftet.

Soweit die gute Nachricht.

Doch wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten. So kommen auf den stationären Fachhandel laut HDE düstere Zeiten zu. Denn die Umsätze verschieben sich dramatisch schnell immer stärker in Richtung Online-Handel. Alleine in diesem Jahr legt deren Anteil um 17  Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, das Weihnachtsgeschäft alleine betrachtet, gar um 18 Prozent.

Weihnachstumsatz Einzelhandel

In der Folge beklagen heute bereits ein knapp drei Viertel der Händler einen spürbaren Rückgang an Kunden in ihrem Laden. Über 31 Prozent sprechen gar von einem starken Rückgang. Verstärkt durch den demographischen Wandel, geraten stationäre Fachhändler immer stärker unter Druck. Düstere Szenarien von verwaisten Innenstädten und einem dramatischen Sterben der Einzelhandelsgeschäfte machen die Runde.

Ohne Investitionen geht es nicht

So wundert es nicht, dass Erwartungshaltung des Einzelhandels in Richtung Kommunen klar benannt wird. Gefordert wird von den Kommunen, sich um eine verbesserte Erreichbarkeiten der Standort mit Ladengeschäften zu bemühen (privater wie auch öffentlicher Verkehr), mehr Investitionen in den Öffentlichen Raum zu tätigen (Attraktivität der Innenstädte) und dafür zu sorgen, dass Sauberkeit und Sicherheit einen höheren Stellenwert bekommen.

Ob der Ruf nach mehr Investitionen durch die Gemeinden und Städte immer und überall erhört wird, darf getrost bezweifelt werden. Selbsthilfe dürfte hier der zielführendere Weg sein. Auch der zieht Investitionen nach sich, allerdings aus der eigenen Tasche. Wohl dem, der auf Rücklagen zurückgreifen kann. Sie werden dringen gebraucht. Wer zu den 70 Prozent der Einzelhändler gehört, die es bis heute nicht geschafft haben, auch online von ihre Kunden ansprechbar zu sein, sollte sich dringend Gedanken machen. Die voranschreitende Digitalisierung ist auch eine große Chance für den Fachhandel.

Und nicht zu vergessen: Entspricht der ganze Ladenbau dem, was die Kundschaft in Zukunft erwartet? Hier kann der Blick in eine Checkliste helfen Nachholbedarf frühzeitig zu erkennen.

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Wachsen? Kommt mir nicht in die Tüte.

Liebe Channelcast-Freunde,

Anfang Januar hatte ich Gelegenheit, Tobias Groten, den Gründer und Vorstandschef der Tobit.Software AG in Ahaus, zu interviewen. Tobit hatte am Dreikönigstag Freunde, Kunden, Partner und anderes Sympathisanten des Hauses zur „unordentlichen Hauptversammlung“ eingeladen, und rund 1.000 Gäste waren gekommen. Im Wesentlichen war es eine große Party mit leckerem Essen und Trinken, ein bisschen Sport und Spiel sowie jede Menge Unterhaltung. Die Lokalpresse berichtete ausführlich.

Besonders bemerkenswert fand ich, was der Hausherr und Gastgeber in unserem Interview zu den Wachstumsplänen seines Hauses sagt. Es gibt nämlich keine. Tobit soll nicht wachsen. Tobit soll so bleiben, wie es ist. Also rund 250 Mitarbeiter groß. „Wir wollen so geschmeidig bleiben, wie wir jetzt sind“, sagte Groten. Für den Ahauser Unternehmer ist es wichtiger, jederzeit in der Lage zu sein, die Mannschaft in kurzer Zeit komplett zu drehen und neu auszurichten, falls die Marktgegebenheiten dies erfordern. „Wir wollen so wenig Leute sein wie möglich“, sagte Groten. Und so viel wie nötig, wie man hinzufügen könnte.

Diese Einstellung Grotens zum Thema Wachstum ist ebenso selten wie klug. Die meisten Unternehmer, Unternehmensgründer und Manager sind in dieser Sache wie Kinder: Sie wollen so schnell wie möglich groß werden. Denn wenn man groß ist, so der Glaube, dann kann man erst die richtig tollen Sachen machen, dann erst hat man Zugang zu einer Welt, die einem vorher verschlossen ist, dann ist man wichtig und wird zu den Partys eingeladen, auf denen man andere wichtige Leute trifft und mit denen man wichtige Dinge bespricht, die einem dazu verhelfen, noch größer und bedeutender zu werden. Viele Gründer beschreiben ja bereits in ihren Businessplänen dezidiert, wie sie den Weltmarkt aufrollen und welche Rolle sie in fünf Jahren im globalen Wettbewerb spielen werden.

Ich habe mich bereits an anderer Stelle der Frage gewidmet, ob es nicht klüger ist, die fast durchweg zu beobachtende Fixierung auf einseitiges Größenwachstum über Bord zu werfen. Mein Text hatte die Überschrift „Vom Glück, ein kleiner Fisch zu sein“. Nun ist Tobit inzwischen auch kein kleiner Fisch mehr, aber gut. Das Glück ist dasselbe. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wie viele Firmen haben wir schon untergehen sehen, weil die (größenwahnsinnigen) Gründer und Unternehmer vor der zunehmenden Größe und Komplexität ihres Unternehmens kapitulieren mussten. Die Firmen entwickelten sich und wurden immer größer, die Unternehmer aber, die Menschen an der Spitze, wuchsen und entwickelten sich nicht mit. Irgendwann waren sie dann einfach am Limit ihrer Möglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund finde ich die von hoher Selbsterkenntnis zeugender Selbstbeschränkung des Softwareunternehmers Tobias Groten aus Ahaus sehr weise.

Beste Grüße!

Ihr und Euer Damian Sicking

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