Themen von Desktop-Virtualisierung bis Bring-Your-Own-Device zeigen eines ganz klar: Endgeräte werden wieder strategisch. Eine Konsequenz: Dell steigt bei Thin-Client-Marktführer Wyse ein.
Vorbildlich in der Partnerkommunikation hat Dell seine Partner parallel zur offiziellen Presseankündigung über die geplante Übernahme von Thin-Client-Anbieter Wyse informiert.
Als langweilig, wenig profitabel galt das Clientgeschäft lange Zeit. Die Sitten waren hart, der Markt schnell konsolidierend. Das hat sich im Zeitalter des Cloud Computing dramatisch geändert. Vor allem der mit dem iPhone ausgelöste Welle, die eigenen Lieblingsgeräte auch in der Arbeit einsetzen zu wollen, hat im geschäftlichen Umfeld für eine gesteigerte Bedeutung der – bisher beliebig austauschbaren – Endgeräte gesorgt. Ausgelöst hatte den Trend wieder einmal Apple im privaten Umfeld.
Wie wichtig Endgeräte inzwischen geworden sind, zeigt nicht nur die Akquisition eines Endgeräteherstellers durch ein Unternehmen, das sich zuvor immer stärker auf das Infrastruktur konzentrierte hat. Noch vor kurzem galt Endgerätegeschäft als Auslaufmodell – siehe IBM oder die zurückgezogene Ankündigung von HP das PC-Geschäft zu veräußern. Die gesteigerte Bedeutung unterstreicht auch Intels sehr groß angelegte Ultrabook-Kampage sowie Fujitsus Aussage, Clients seien strategisch und würden in Haus weiterentwickelt.
Fazit: Mit Clients kann man sich wieder differenzieren. Höchste Zeit, sich dem Thema verstärkt zu widmen.


3. April 2012 um 11:35 Uhr
Ein überraschender Coup, der aber letztlich beiden Firmen nützlich sein dürfte. Auf der CeBIT erzählte mir noch Wyse-Deutschland-Chef Karl Heinz Warum, dass die Geschäfte in Deutschland glänzend liefen. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren hat sich der Umsatz von Wyse hierzulande mehr als verdoppelt und die Zahl der Partner deutlich erhöht. Der ehemalige Citrix-Chef hat offenbar einiges richtig gemacht. Bin gespannt, welche Position Warum in dem neuen Gebilde einnehmen wird.
3. April 2012 um 13:53 Uhr
Moin, moin,
wie schade, dass eine Firma wie Apple der Branche immer wieder mal zeigen muss, wie es gehen kann. Denn was ist, wenn man dort eines Tages beschließt, nur noch Südfrüchte zu verkaufen? Dürfen wir uns dann glücklich schätzen, wenn einer der vielen anderen ‚Innovationsführer‘ trotz ihrer halb- oder vierteljährlichen Produktsensationen es nach einigen Jahren harter Arbeit schafft, einen Nachfolger für das Netzteil eines iPad2 vorzustellen?
“Ein Kaufmann kann leicht in einem Land, in dem man den Kaffee nicht kennt, ein Geschäft machen, indem er Zichorien als feinen Mocca ausgibt.”
Aber für diesen Kaufmann spricht das nicht.
Gruß
Ludovici